Diese Prominenten werden am häufigsten für Anlagebetrug missbraucht: Auswertung von 705 Funden

Aktualisiert am 7. November 2026 · 5 Min. Lesezeit

In diesem Artikel
  1. Die 15 Prominenten, die von den meisten Plattformen genutzt werden
  2. In der Schweiz und in Deutschland
  3. Wen die Betrüger auswählen
  4. Land für Land
  5. Eine Plattform, viele Gesichter
  6. Wenn Sie eine solche Anzeige gesehen haben
  7. Methodik

Kurz gesagt: Zwischen dem 26. Oktober und dem 5. November 2026 haben wir 705 Funde betrügerischer Anlageplattformen in 24 Ländern erfasst. In 678 davon war mindestens eine bekannte Person zu sehen, immer ohne deren Zustimmung. Insgesamt zählten wir 321 verschiedene Prominente. Am häufigsten missbraucht werden nicht Schauspieler oder Influencer, sondern Fernsehjournalisten, Notenbankchefs und Finanzminister: die Menschen, denen man beim Thema Geld am meisten vertraut.

Die 15 Prominenten, die von den meisten Plattformen genutzt werden

„Plattformen“ ist die Zahl der verschiedenen betrügerischen Plattformen, die ihr Bild verwenden; „Anzeigen“ gibt an, wie oft wir sie in einer Anzeige gesehen haben.

# Person Land Plattformen Anzeigen
1 Bruno Vespa Italien 22 38
2 Marcos Galperin Argentinien 13 21
3 Fabio Panetta Italien 12 21
4 Martin Lewis Vereinigtes Königreich 12 16
5 Abelardo de la Espriella Kolumbien 11 33
6 Mario Giordano Italien 11 20
7 Élise Lucet Frankreich 11 13
8 Jaime Gilinski Kolumbien 9 25
9 Javier Milei Argentinien 9 22
10 Giancarlo Giorgetti Italien 9 14
11 Luis Carlos Sarmiento Angulo Kolumbien 8 22
12 Ricardo Roa Kolumbien 8 21
13 Ana Botín Spanien 8 11
14 Germán Ávila Plazas Kolumbien 7 15
15 Christine Kelly Frankreich 7 7

An der Spitze steht der italienische Journalist Bruno Vespa: Sein Bild erscheint auf 22 verschiedenen Plattformen. Es folgen der argentinische Unternehmer Marcos Galperin mit 13 und der Gouverneur der Banca d’Italia, Fabio Panetta, mit 12.

In der Schweiz und in Deutschland

In der Schweiz nutzen die Betrüger 25 verschiedene Personen, mehr als in fast jedem anderen Land. Am häufigsten: Bundesrätin Karin Keller-Sutter, Philippe Gaydoul und der Unternehmer Peter Spuhler, außerdem Marcel Erni und Samuel Bendahan. In Deutschland tauchen vor allem Alice Weidel, Jan Böhmermann und Lars Klingbeil auf. Die Anzeige ahmt meist ein Interview oder einen Fernsehbeitrag nach.

Wen die Betrüger auswählen

  • Nachrichtenjournalisten und Moderatoren: Bruno Vespa und Mario Giordano in Italien, Élise Lucet in Frankreich, Adrienne Arsenault in Kanada, Martin Lewis in Großbritannien.
  • Notenbankchefs und Finanzminister: Fabio Panetta (Banca d’Italia), José Luis Escrivá (Banco de España), Álvaro Santos Pereira (Banco de Portugal), Pierre Wunsch (Belgische Nationalbank), Tiff Macklem (Bank of Canada), Giancarlo Giorgetti in Italien und Mehmet Şimşek in der Türkei. Das ist die zynischste Wahl: Das Gesicht derer, die das Finanzsystem beaufsichtigen, wird benutzt, um zu versprechen, was keine Aufsicht je versprechen würde.
  • Staats- und Regierungschefs: Javier Milei, Abelardo de la Espriella, Mark Carney, Sanae Takaichi, John Mahama.
  • Unternehmer: Marcos Galperin, Jaime Gilinski, Xavier Niel, Akio Toyoda.

Keine dieser Personen wirbt für Anlageplattformen. Für 132 der 321 haben wir ein öffentliches Dementi oder einen Presseartikel gefunden, der bestätigt, dass die Anzeigen gefälscht sind; wir verlinken ihn auf der jeweiligen Seite.

Land für Land

Die Betrüger wählen lokale Gesichter. Dieselbe Plattform wechselt das Gesicht je nach Land, auf das die Anzeige zielt.

Land Verschiedene Personen Am häufigsten
Italien 40 Bruno Vespa, Fabio Panetta, Mario Giordano
Spanien 34 Ana Botín, Pedro Sánchez, José Luis Escrivá
Schweiz 25 Karin Keller-Sutter, Philippe Gaydoul, Peter Spuhler
Frankreich 23 Élise Lucet, Anne-Élisabeth Lemoine, Michel-Édouard Leclerc
Argentinien 23 Javier Milei, Marcos Galperin, Lionel Scaloni
Portugal 18 Álvaro Santos Pereira, Cristiano Ronaldo, Pedro Andersson
Belgien 17 Raoul Hedebouw, Pierre Wunsch, Geert Noels
Japan 15 Sanae Takaichi, 大越健介, Kazuo Ueda
Vereinigte Arabische Emirate 14 أنس بوخش, خالد العامري, Rizwan Sajan
Vereinigtes Königreich 14 Martin Lewis, Jim Ratcliffe, Nigel Farage
Ghana 13 John Mahama, Felix Kwakye Ofosu, Dr. Mahama Tia Abdul-Kabiru
Kanada 13 Mark Carney, Adrienne Arsenault, Rosemary Barton
Kolumbien 12 Abelardo de la Espriella, Jaime Gilinski, Luis Carlos Sarmiento Angulo
Griechenland 11 Χάρης Καρώνης, Μαριάννα Λάτση, Δημήτρης Μελισσανίδης
Deutschland 8 Alice Weidel, Jan Böhmermann, Lars Klingbeil
Türkei 8 Mehmet Şimşek, Fatih Portakal, Fatma Betül Sayan Kaya
Uruguay 8 Emiliano Cotelo, Nicolás Jodal, Juan Sartori
Indien 6 Mukesh Ambani, Nirmala Sitharaman, Narendra Modi
Indonesien 4 Susi Pudjiastuti, Suahasil Nazara, Najwa Shihab
Ungarn 4 Balogh Levente, Jákob Zoltán, Hankó Balázs
Nigeria 4 Tony Elumelu, Peter Obi, Sade Adu

Eine Plattform, viele Gesichter

Drei von vier Plattformen nutzen mehr als eine bekannte Person, 133 sogar drei oder mehr. Der Extremfall ist Quantum AI: 36 verschiedene Prominente in 12 Ländern. Deshalb reicht es nicht, „Name + Investition“ zu suchen: Prüfen müssen Sie die Plattform.

Wenn Sie eine solche Anzeige gesehen haben

  1. Registrieren Sie sich nicht und hinterlassen Sie keine Telefonnummer. Innerhalb weniger Stunden ruft ein falscher Berater an.
  2. Suchen Sie nach der Plattform, nicht nach der Person, auf dieser Website und in den Listen der BaFin oder FINMA.
  3. Melden Sie die Anzeige im sozialen Netzwerk (bei Facebook: ⋯ › Werbeanzeige melden › Betrug).
  4. Wenn Sie schon gezahlt haben, folgen Sie so schnell wie möglich diesen Schritten.

Wie der Betrug Schritt für Schritt funktioniert: Anlagebetrug mit Prominenten. Die vollständige Liste finden Sie unter Missbrauchte Prominente.

Methodik

Gezählt wurden die Anzeigen, die unser Team zwischen dem 26. Oktober und dem 5. November 2026 erfasst und geprüft hat. Eine Person zählt einmal pro Plattform, die ihr Bild verwendet, egal in wie vielen Anzeigen. Die Zahlen sind Mindestwerte: Sie umfassen nur die Anzeigen, die wir gesehen haben. Wir aktualisieren die Rangliste monatlich.

Wöchentliche Zusammenfassung der betrügerischen Anlageplattformen, die wir in Anzeigen in sozialen Netzwerken entdecken.Zum Bericht dieser Woche →

Schon registriert oder bezahlt?

  1. Zahlen Sie nichts mehr, auch wenn „Steuern“ oder „Gebühren“ für die Auszahlung verlangt werden.
  2. Rufen Sie noch heute Ihre Bank an: Karte sperren und eine Rückbuchung (Chargeback) oder einen Überweisungsrückruf beantragen. Je früher, desto besser.
  3. Installieren Sie nichts, was verlangt wird (AnyDesk, TeamViewer…). Falls doch, deinstallieren Sie es und ändern Sie Ihre Passwörter.
  4. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie die Aufsichtsbehörde. Bewahren Sie Screenshots, E-Mails und Telefonnummern auf.
  5. Vorsicht vor „Geld-zurück“-Firmen, die Ihnen gegen Vorauszahlung die Rückholung versprechen: Fast immer ist das ein zweiter Betrug.

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