So prüfen Sie, ob ein Broker zugelassen ist (Ratgeber nach Land)

Aktualisiert am 29. Oktober 2026

Die wichtigste Frage vor einer Geldanlage ist nicht, wie viel Sie verdienen, sondern wer Ihr Geld verwahrt und wer ihn beaufsichtigt. In fast allen Ländern ist es verboten, ohne Zulassung Anlagedienstleistungen anzubieten. Die Prüfung ist kostenlos und dauert zwei Minuten.

1. Finden Sie den rechtlichen Namen des Unternehmens

Betrügerische Plattformen nutzen auffällige Markennamen („Quantum AI“, „Trade X“ …), geprüft werden muss aber das Unternehmen dahinter. Suchen Sie im Impressum, in den AGB, im Fußbereich der Website oder in erhaltenen E-Mails.

Finden Sie weder Firmennamen noch Adresse noch Registernummer, haben Sie Ihre Antwort bereits: nicht investieren.

2. Suchen Sie das Unternehmen im Register der Aufsicht

LandAufsichtWo prüfen
DeutschlandBaFinbafin.de: Unternehmensdatenbank und Verbraucherwarnungen
ÖsterreichFMAfma.gv.at: Unternehmensdatenbank und Investorenwarnungen
SchweizFINMAfinma.ch: bewilligte Institute und Warnliste
LiechtensteinFMA Liechtensteinoffizielle Website der FMA

Für andere Länder sammelt die internationale Suche I-SCAN der IOSCO Warnungen von Aufsichtsbehörden weltweit.

3. Prüfen Sie auch die Warnlisten

BaFin, FMA und FINMA veröffentlichen Warnungen vor nicht zugelassenen Unternehmen. Steht eine Plattform dort, ist die Sache klar. Steht sie nicht dort, heißt das nicht, dass sie sicher ist: Betrüger wechseln ihre Namen schneller, als Behörden warnen können. Genau dafür gibt es InvestRedFlags: suchen Sie die Plattform hier.

Die Tricks falscher Broker

  • „Wir sind reguliert“ … anderswo. Sie berufen sich auf eine Lizenz in einer Offshore-Jurisdiktion, die den Handel oft gar nicht beaufsichtigt – und die sie ohnehin nicht berechtigt, in Ihrem Land Kunden zu werben.
  • Gefälschte oder kopierte Lizenznummern echter Broker. Prüfen Sie, ob Name, Website und Domain exakt mit dem Register übereinstimmen.
  • Geklonte Websites, die seriöse Broker mit einem veränderten Buchstaben in der Domain imitieren.
  • Ein „persönlicher Berater“, der Sie anruft, um Sie zu höheren Einzahlungen zu drängen.

Checkliste vor der Einzahlung

  • Ich kenne den rechtlichen Namen des Unternehmens und sein Sitzland.
  • Es steht im Register der Aufsicht meines Landes – mit derselben Website.
  • Es steht auf keiner Warnliste.
  • Ich habe es nicht über eine Anzeige mit einem Prominenten gefunden.
  • Niemand drängt mich oder verlangt, Software zu installieren.

Haben Sie bereits Geld bei einer Plattform eingezahlt, die diese Prüfung nicht besteht, rufen Sie sofort Ihre Bank an und folgen Sie dem Ratgeber für Betroffene. Lesen Sie auch, wie Anlagebetrug mit Prominenten funktioniert.

Wöchentliche Zusammenfassung der betrügerischen Anlageplattformen, die wir in Anzeigen in sozialen Netzwerken entdecken. Zum Bericht dieser Woche →

Schon registriert oder bezahlt?

  1. Zahlen Sie nichts mehr, auch wenn „Steuern“ oder „Gebühren“ für die Auszahlung verlangt werden.
  2. Rufen Sie noch heute Ihre Bank an: Karte sperren und eine Rückbuchung (Chargeback) oder einen Überweisungsrückruf beantragen. Je früher, desto besser.
  3. Installieren Sie nichts, was verlangt wird (AnyDesk, TeamViewer…). Falls doch, deinstallieren Sie es und ändern Sie Ihre Passwörter.
  4. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie die Aufsichtsbehörde. Bewahren Sie Screenshots, E-Mails und Telefonnummern auf.
  5. Vorsicht vor „Geld-zurück“-Firmen, die Ihnen gegen Vorauszahlung die Rückholung versprechen: Fast immer ist das ein zweiter Betrug.

Ratgeber zu Anlagebetrug