Quantum AI: was dahintersteckt und warum Aufsichtsbehörden warnen

Aktualisiert am 30. Oktober 2026

Quantum AI ist einer der häufigsten Namen in betrügerischer Anlagewerbung. Die Plattform gibt sich als automatischer Handel mit künstlicher Intelligenz oder „Quantencomputing“ aus, der mühelos Gewinne bringen soll. InvestRedFlags hat sie gleichzeitig in mehreren Ländern entdeckt, etwa in Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Kanada, jeweils mit anderen lokalen Prominenten. Alle Funde stehen auf der Seite zu Quantum AI.

Was die Aufsichtsbehörden sagen

Mehrere Behörden haben öffentlich vor Plattformen mit diesem Namen gewarnt. Die dänische Finanzaufsicht veröffentlichte eine Warnung vor Investitionen bei Quantum AI, die norwegische eine Anlegerwarnung, und in Spanien hat die CNMV das Netzwerk X sanktioniert, weil es Werbung für das nicht zugelassene Quantum AI verbreitete. Auch in der internationalen IOSCO-Datenbank I-SCAN finden sich Einträge, unter anderem zu Warnungen der BaFin.

Eine Warnung der Aufsicht bedeutet, dass das Unternehmen keine Erlaubnis für Finanzdienstleistungen in diesem Land hat.

Wie geworben wird

Quantum AI folgt dem klassischen Muster des Anlagebetrugs mit Prominenten:

  • Anzeigen in sozialen Netzwerken mit einer bekannten Person des Landes;
  • eine Seite, die eine Zeitung imitiert, mit erfundenem Interview oder „Bericht“;
  • ein Anmeldeformular und eine Ersteinzahlung von etwa 250 €;
  • Anrufe von „Beratern“, die zu höheren Einzahlungen drängen.

Der Name erscheint auch als „QuantumAI“, „Quantum AI App“ oder mit zusätzlichen Buchstaben und Zahlen: kleine Änderungen helfen, Sperren zu umgehen, und verwirren bei der Suche nach Erfahrungen.

Ist Quantum AI eine echte Plattform?

Hinter diesen Anzeigen steht kein zugelassenes Unternehmen. Die Prominenten haben nichts damit zu tun, die „Erfahrungsberichte“ und Gewinne sind erfunden. Eine Website, die Quantum AI als „seriös“ bezeichnet, beweist nichts: Die Betrüger veröffentlichen positive Bewertungen selbst, teils sogar auf gehackten Uni-Websites.

Wenn Sie sich registriert haben

  • Zahlen Sie nichts, auch wenn ständig angerufen wird.
  • Wenn Sie schon gezahlt haben, rufen Sie heute Ihre Bank an und versuchen Sie einen Chargeback oder Rückruf der Überweisung.
  • Installieren Sie keine Programme, die verlangt werden.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie die BaFin (in Österreich die FMA, in der Schweiz die FINMA).

Alle Schritte im Ratgeber für Betrugsopfer.

Wöchentliche Zusammenfassung der betrügerischen Anlageplattformen, die wir in Anzeigen in sozialen Netzwerken entdecken. Zum Bericht dieser Woche →

Schon registriert oder bezahlt?

  1. Zahlen Sie nichts mehr, auch wenn „Steuern“ oder „Gebühren“ für die Auszahlung verlangt werden.
  2. Rufen Sie noch heute Ihre Bank an: Karte sperren und eine Rückbuchung (Chargeback) oder einen Überweisungsrückruf beantragen. Je früher, desto besser.
  3. Installieren Sie nichts, was verlangt wird (AnyDesk, TeamViewer…). Falls doch, deinstallieren Sie es und ändern Sie Ihre Passwörter.
  4. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie die Aufsichtsbehörde. Bewahren Sie Screenshots, E-Mails und Telefonnummern auf.
  5. Vorsicht vor „Geld-zurück“-Firmen, die Ihnen gegen Vorauszahlung die Rückholung versprechen: Fast immer ist das ein zweiter Betrug.

Ratgeber zu Anlagebetrug