Gefälschte Krypto-Börsen und Krypto-Apps: So erkennen Sie sie
Viele Fälle von Anlagebetrug enden auf einer Krypto-Plattform oder -App, die professionell aussieht: Echtzeit-Charts, ein Guthaben in Euro, ein Handelsverlauf und ein Support-Chat. Das Problem: Die Zahlen sind erfunden. Ihr Geld wurde nie angelegt – sobald Sie einzahlen, geht es an die Betrüger.
Wie Opfer dorthin gelangen
- Über Anzeigen mit Prominenten, die Gewinne mit einem „automatischen System“ versprechen.
- Über WhatsApp- oder Telegram-Gruppen, in denen ein „Professor“ eine „institutionelle App“ empfiehlt.
- Über eine Online-Bekanntschaft, aus der ein „Ich bringe dir das Investieren bei“ wird.
So funktioniert die Falle
- Sie sollen Kryptowährung kaufen (meist USDT oder Bitcoin), und zwar auf einer echten Börse, und sie an eine Adresse schicken, die man Ihnen gibt, „um Ihr Konto aufzuladen“.
- Die App zeigt Ihr Guthaben, das durch Geschäfte „wächst“, die nie stattfinden.
- Anfangs dürfen Sie kleine Beträge auszahlen, damit Sie Vertrauen fassen und mehr einzahlen.
- Wenn Sie ernsthaft auszahlen wollen, tauchen Steuern, „Liquiditätsgebühren“, Versicherungen oder Prüfeinzahlungen auf. Jede Zahlung zieht die nächste nach sich.
- Am Ende wird das Konto gesperrt, oder die Plattform verschwindet und taucht unter neuem Namen wieder auf.
Warnsignale
- Die App ist nicht bei Google Play oder im App Store, oder Sie sollen sie über einen Link oder ein „Profil“ installieren.
- Die Domain der Website ist neu oder ahmt eine bekannte Börse nach, indem ein Buchstabe geändert wurde.
- Sie sollen Kryptowährung an eine Adresse senden, statt per Karte oder Überweisung an ein identifizierbares Unternehmen zu zahlen.
- Den Support gibt es nur per Chat, und er hat immer einen Grund, warum Sie vor der Auszahlung zahlen müssen.
- Die Renditen sind zu hoch und zu gleichmäßig. Sehen Sie, welche Renditen realistisch sind.
- Sie finden nicht heraus, welches Unternehmen dahintersteht und wo es zugelassen ist.
So prüfen Sie eine Börse
- In der Europäischen Union brauchen Anbieter von Krypto-Dienstleistungen nach der MiCA-Verordnung eine Zulassung. Die ESMA veröffentlicht ein Register der zugelassenen Unternehmen; in Deutschland ist die BaFin zuständig.
- Prüfen Sie die Unternehmensdatenbank und die Verbraucherwarnungen der BaFin sowie die internationale Suche I-SCAN der IOSCO.
- Prüfen Sie die genaue Webadresse und laden Sie Apps nur aus den offiziellen Stores und von der Website der Börse.
- Suchen Sie den Namen auf InvestRedFlags.
Mehr dazu unter Broker-Zulassung prüfen.
Wenn Sie schon Kryptowährung gesendet haben
Krypto-Überweisungen lassen sich nicht rückgängig machen, aber:
- Senden Sie nichts mehr, auch wenn es heißt, damit werde Ihr Guthaben freigeschaltet.
- Informieren Sie die echte Börse, von der Sie gesendet haben, mit der Zieladresse und den Transaktions-IDs.
- Erstatten Sie Anzeige mit allen Informationen: Anzeige erstatten.
- Misstrauen Sie allen, die gegen Gebühr Ihre Kryptowährung zurückholen wollen: Das ist ein Recovery-Scam.
Die weiteren Schritte finden Sie in unserem Ratgeber für Betrugsopfer.