Gefälschte Erfahrungsberichte über Anlageplattformen: so erkennen Sie sie

Aktualisiert am 30. Oktober 2026

Sie haben eine Anzeige gesehen, in der ein Prominenter eine Anlageplattform empfiehlt. Vor der Anmeldung suchen Sie den Namen zusammen mit „Erfahrungen“ oder „Betrug“. Und Sie finden Seiten, die behaupten, sie sei seriös: 4,8 von 5 Sternen, „echte Beweise“ und ein großer Knopf zur Kontoeröffnung.

Diese Seiten gehören zum Betrug. Bei der Recherche zu den Namen, die wir in Anzeigen entdecken, sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Das Netzwerk, das die Anzeigen bezahlt, produziert auch die Erfahrungsberichte.

Wer sie schreibt und wo sie erscheinen

Die Texte stammen vom Betrugsnetzwerk selbst oder von Affiliates, die pro Anmeldung eine Provision erhalten. Sie erscheinen auf kostenlosen Diensten, denen Suchmaschinen vertrauen: geteilte Dokumente (etwa HackMD oder Google Groups), Gratis-Blogs und Newsletter, Foren, schnell gebaute Websites (.pages.dev, .netlify.app…) und bezahlte Pressemitteilungen, die auf Wirtschaftsportalen wie Artikel aussehen.

Woran Sie einen gefälschten Bericht erkennen

  1. Er endet mit einem Anmeldeformular.
  2. Es gibt keinen Firmennamen, keine Lizenznummer und keine Aufsichtsbehörde.
  3. Er verspricht konkrete Zahlen: „bis zu 1.000 € am Tag“, „nur 250 € zum Start“.
  4. Er behauptet „kein Betrug“, ohne Belege.
  5. Der Name der Plattform variiert („Pro“, „360“, „AI“, „V4“…).
  6. Er nennt die Prominenten aus der Anzeige, als würden sie die Plattform wirklich unterstützen.
  7. Außer diesen Seiten gibt es keine Spur des Unternehmens.

Was wirklich zählt

Prüfen Sie den Namen in der Datenbank der Aufsicht (in Deutschland die BaFin, in Österreich die FMA, in der Schweiz die FINMA) und in deren Warnlisten. Auf jeder Seite von InvestRedFlags verlinken wir die Warnungen, die wir gefunden haben. Keine Warnung heißt nicht sicher: Viele Plattformen wechseln alle paar Tage den Namen.

Wenn Sie sich schon registriert haben: nichts mehr zahlen, die Bank anrufen und niemandem glauben, der gegen Gebühr Ihr Geld „zurückholen“ will. Alle Schritte finden Sie im Ratgeber für Betrugsopfer.

Wöchentliche Zusammenfassung der betrügerischen Anlageplattformen, die wir in Anzeigen in sozialen Netzwerken entdecken. Zum Bericht dieser Woche →

Schon registriert oder bezahlt?

  1. Zahlen Sie nichts mehr, auch wenn „Steuern“ oder „Gebühren“ für die Auszahlung verlangt werden.
  2. Rufen Sie noch heute Ihre Bank an: Karte sperren und eine Rückbuchung (Chargeback) oder einen Überweisungsrückruf beantragen. Je früher, desto besser.
  3. Installieren Sie nichts, was verlangt wird (AnyDesk, TeamViewer…). Falls doch, deinstallieren Sie es und ändern Sie Ihre Passwörter.
  4. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie die Aufsichtsbehörde. Bewahren Sie Screenshots, E-Mails und Telefonnummern auf.
  5. Vorsicht vor „Geld-zurück“-Firmen, die Ihnen gegen Vorauszahlung die Rückholung versprechen: Fast immer ist das ein zweiter Betrug.

Ratgeber zu Anlagebetrug