Chargeback: wie Sie Geld von einer falschen Anlageplattform zurückholen können

Aktualisiert am 30. Oktober 2026

Wenn Sie an eine betrügerische Anlageplattform gezahlt haben, ist Ihre Bank der schnellste echte Weg, das Geld zurückzuholen. Es gibt keine Garantie, aber je schneller Sie handeln, desto besser.

Bei Kartenzahlung: der Chargeback

Der Chargeback ist eine Rückforderung, die Ihre Bank über das Kartennetz (Visa, Mastercard…) gegen den Zahlungsempfänger stellt. Ist sie erfolgreich, kommt das Geld zurück.

  1. Rufen Sie sofort Ihre Bank an, erklären Sie den Anlagebetrug und lassen Sie die Karte sperren, wenn Sie Kartendaten weitergegeben haben.
  2. Beantragen Sie ausdrücklich einen Chargeback für jede Zahlung: Die Leistung war betrügerisch und wurde nie erbracht.
  3. Schicken Sie Belege: Screenshots von Website und Anzeige, E-Mails, Chats, Zahlungsbelege und, falls vorhanden, die Anzeige bei der Polizei.
  4. Lassen Sie sich eine Vorgangsnummer geben und halten Sie alles schriftlich fest.

Fristen: Die Kartennetze setzen begrenzte Fristen, oft rund 120 Tage ab Belastung, je nach Bank und Karte. Warten Sie nicht.

Hinweis: Haben Sie die Zahlungen selbst freigegeben, sagen manche Banken, es sei kein „Kartenbetrug“. Bestehen Sie darauf, dass die Leistung Betrug war, und wenden Sie sich bei Ablehnung an die Beschwerdestelle der Bank und danach an die zuständige Schlichtungsstelle bzw. den Ombudsmann der Banken.

Bei Überweisung

Für Überweisungen gibt es keinen Chargeback, aber Sie können einen Rückruf beantragen: Ihre Bank bittet die Empfängerbank um Rückgabe. Das klappt am besten am selben Tag. Geben Sie IBAN und Empfängernamen an und erstatten Sie schnell Anzeige: viele Banken verlangen sie.

Bei Zahlung in Krypto

Krypto-Zahlungen lassen sich nicht rückgängig machen. Informieren Sie trotzdem die Börse, von der Sie gesendet haben, und nennen Sie Adressen und Transaktions-IDs in der Anzeige.

Was Sie nicht tun sollten

  • Zahlen Sie niemandem, der verspricht, Ihr Geld zurückzuholen: siehe Recovery Scam.
  • Zahlen Sie der Plattform nichts mehr, um Gewinne „freizuschalten“.
  • Löschen Sie keine Chats, E-Mails oder Screenshots: Sie sind Ihre Beweise.

Weitere Schritte im Ratgeber für Betrugsopfer.

Dieser Ratgeber dient nur der Information und ersetzt keine Beratung durch Ihre Bank oder einen Anwalt.

Wöchentliche Zusammenfassung der betrügerischen Anlageplattformen, die wir in Anzeigen in sozialen Netzwerken entdecken. Zum Bericht dieser Woche →

Schon registriert oder bezahlt?

  1. Zahlen Sie nichts mehr, auch wenn „Steuern“ oder „Gebühren“ für die Auszahlung verlangt werden.
  2. Rufen Sie noch heute Ihre Bank an: Karte sperren und eine Rückbuchung (Chargeback) oder einen Überweisungsrückruf beantragen. Je früher, desto besser.
  3. Installieren Sie nichts, was verlangt wird (AnyDesk, TeamViewer…). Falls doch, deinstallieren Sie es und ändern Sie Ihre Passwörter.
  4. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und informieren Sie die Aufsichtsbehörde. Bewahren Sie Screenshots, E-Mails und Telefonnummern auf.
  5. Vorsicht vor „Geld-zurück“-Firmen, die Ihnen gegen Vorauszahlung die Rückholung versprechen: Fast immer ist das ein zweiter Betrug.

Ratgeber zu Anlagebetrug