Wie man einen Deepfake in Anlagewerbung erkennt
Immer mehr betrügerische Anlagewerbung nutzt Deepfakes: Videos, in denen eine bekannte Person zu sprechen scheint, deren Gesicht oder Stimme aber mit künstlicher Intelligenz erzeugt oder verändert wurde. Im deutschsprachigen Raum wurden etwa Alice Weidel, Dietmar Hopp, Peter Spuhler und Karin Keller-Sutter missbraucht. Die gute Nachricht: Man muss kein Experte sein, um sie zu meiden, fast alle verraten sich durch den Kontext.
Das Wichtigste: der Kontext
Stellen Sie sich vor allen technischen Details diese Fragen. Lautet eine Antwort „ja“, ist es egal, wie echt das Video wirkt:
- Empfiehlt eine prominente Person in einer Anzeige eine Plattform, um Geld zu verdienen?
- Werden schnelle, garantierte oder „automatische“ Gewinne versprochen?
- Führt die Anzeige zu einem „Zeitungsartikel“ mit Anmeldeformular?
- Wird für den Start eine Einzahlung verlangt?
Prominente werben nicht auf diese Weise für Anlageplattformen. Viele haben solche Videos öffentlich angeprangert; das Schweizer Bundesamt für Cybersicherheit hat etwa vor Fälschungen mit Karin Keller-Sutter gewarnt. Wer missbraucht wird, sehen Sie in unserer Liste der Prominenten.
Optische Hinweise
- Mund und Worte passen nicht zusammen: seltsame Lippenbewegungen, verschwommene oder sich verändernde Zähne.
- Seltsames Blinzeln: zu selten, zu regelmäßig oder ein Blick ins Leere.
- Gesichtsränder verschwommen oder „flimmernd“ an Kinn, Haaren oder Ohren.
- Zu glatte Haut oder Licht, das nicht zum Hintergrund passt.
- Ständige Schnitte und Zooms, die Fehler verbergen.
- Brillen, Schmuck oder Hände, die sich verformen.
Akustische Hinweise
- Flache oder roboterhafte Stimme, ohne Atmen und natürliche Pausen.
- Seltsame Betonung oder ein fremder Akzent.
- Zu sauberer Ton für die Szene.
- Allgemeine Sätze, die diese Person nie sagen würde.
Prüfen Sie die Quelle
- Suchen Sie das Originalinterview auf der offiziellen Website der Sendung oder Zeitung. Es wird nicht existieren.
- Schauen Sie, wer die Anzeige schaltet: meist neue Seiten mit sinnlosen Namen oder gehackte Konten.
- Suchen Sie den Plattformnamen auf InvestRedFlags und in den Warnlisten der Aufsicht.
Was tun, wenn Sie einen sehen
- Nicht klicken und keine Daten hinterlassen.
- Die Anzeige melden (Drei-Punkte-Menü → melden → Betrug).
- Wenn Sie sich schon angemeldet oder gezahlt haben, folgen Sie dem Ratgeber für Betrugsopfer.
Den ganzen Ablauf von der Anzeige bis zum falschen Broker erklärt Anlagebetrug mit Prominenten.