Job-Scams mit „Aufgaben“, die mit einer Geldanlage enden: So funktionieren sie
Sie bekommen eine WhatsApp- oder Telegram-Nachricht von einer angeblichen Personalagentur: ein Job von zu Hause, wenige Minuten am Tag, keine Erfahrung nötig. Sie sollen nur Videos liken, Produkte bewerten, Hotels rezensieren oder Apps „optimieren“. Anfangs werden Sie tatsächlich bezahlt. Genau das ist die Falle.
Wie es funktioniert
- Das Angebot. Eine unaufgeforderte Nachricht („Hallo, wir haben Ihren Lebenslauf gesehen …“) mit attraktiver Bezahlung für einfache Aufgaben. Manchmal werden Namen echter Unternehmen oder bekannter Personaldienstleister verwendet.
- Die ersten bezahlten Aufgaben. Für die ersten Aufgaben erhalten Sie kleine Zahlungen. Jetzt vertrauen Sie.
- Die Gruppe oder Plattform. Man holt Sie in eine Telegram-Gruppe oder auf eine Website, auf der Sie Ihre „Provisionen“ wachsen sehen.
- Die „Premium-Aufgaben“. Um weiterzumachen oder höhere Provisionen freizuschalten, müssen Sie Geld einzahlen, meist in Kryptowährung. Es heißt, Sie bekämen es mit Ihren Gewinnen zurück.
- Die Spirale. Jede Stufe verlangt eine höhere Einzahlung. Wenn Sie auszahlen wollen, zeigt das Konto ein „negatives Guthaben“, das Sie ausgleichen müssen, oder man verlangt eine Gebühr. Das Geld kommt nie zurück.
Warnsignale
- Man kontaktiert Sie über WhatsApp oder Telegram, ohne dass Sie sich beworben haben.
- Für Aufgaben, die nichts verlangen, wird viel gezahlt.
- Es gibt keinen Vertrag, kein Vorstellungsgespräch und kein identifizierbares Unternehmen.
- Sie sollen zahlen oder investieren, um arbeiten zu dürfen oder Ihren Lohn zu erhalten.
- Es ist von „Provisionen“, „Stufen“, „Combo-Aufgaben“ oder „negativem Guthaben“ die Rede.
- Zahlungen sollen in Kryptowährung erfolgen.
Kein echter Job verlangt Geld von Ihnen, damit Sie Ihren Lohn bekommen.
Was Sie tun sollten
- Zahlen Sie kein Geld ein, aus keinem Grund, auch nicht, wenn es heißt, so werde Ihr bisheriger Verdienst freigeschaltet.
- Blockieren und melden Sie Nummern und Gruppen bei WhatsApp oder Telegram.
- Wenn Sie schon gezahlt haben, wenden Sie sich an Ihre Bank oder an die Börse, von der Sie das Geld gesendet haben: wie Sie versuchen können, eine Zahlung zurückzuholen.
- Erstatten Sie Anzeige mit Screenshots der Chats und Zahlungen, zum Beispiel über die Onlinewache der Polizei Ihres Bundeslandes: Anzeige erstatten.
- Geben Sie weder Bankdaten noch Ausweisdokumente weiter: Sie können für weiteren Betrug genutzt werden.
Diese Masche funktioniert wie gefälschte Krypto-Börsen und Anlage-Gruppen auf WhatsApp und Telegram: ein Bildschirm mit einem Guthaben, das Sie nie auszahlen können.